Der Strompreis, den Sie
als Haushalts bezahlen müssen, setzt sich aus verschiedenen
Bestandteilen zusammen. Dabei unterscheidet man drei Gruppen:
- Kosten der Strombeschaffung und des Vertriebs, inklusive der Marge des Lieferanten
- regulierte Netzentgelte (inkl. Kosten des Messstellenbetriebs, für Messungen und Abrechnung),
- staatlich veranlasste Kosten unter die z.B. Steuern, Wegenutzungsentgelte, Umlagen nach EEG, KWK-Gesetz und § 19 StromNEV fallen.
Einige Kostenbestandteile
kann der Lieferant nicht beeinflussen, da sie gesetzlich vorgegeben
sind. Das gilt u.a. für die Steuern. Die Kosten für die Beschaffung
und den Vertrieb hingegen ergeben sich aus dem Wettbewerb (also der
Konkurrenzsituation) und sind daher bei den einzelnen Lieferanten
unterschiedlich hoch.
Börsenpreis für Strom
ist entscheidend
Interessant ist die
Preisgestaltung des Stroms eigentlich erst geworden, als der
Energiemarkt liberalisiert – also für den Wettbewerb geöffnet
wurde. Das war 1998. Der Börsenpreis des Stroms gibt dabei die
Richtung vor, wobei sich die Marktpreise durch das Wechselspiel von
Angebot und Nachfrage ergeben. Des Weiteren wird der Preis durch
andere Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise wo gerade Schulferien
sind, wie stark der Wind weht, wie es um den Preis für Kohle
bestimmt ist. Da Strom nicht im herkömmlichen Sinne gelagert werden
kann, wirken sämtliche Faktoren sofort auf den Preis. Strom wird
immer dann produziert, wenn er gebracht wird. Daher ist der
Strompreis an der Börse auch einer sehr schnellen Bewegung
ausgesetzt.
Auf der Seite der
Anbietet wird der Preis für Strom im wesentlichen durch die
Brennstoffpreise für Kohle, Gas und Öl bestimmt. Aber auch die
Preise für die CO2-Zertifikate spielen eine wichtige Rolle, ebenso
Wind und Wetter. Das Wetter ist aber auch auf der Abnehmerseite eine
entscheidende Größe. Bei gutem Wetter wird nun mal weniger Energie
gebraucht. Schulferien und auch Feiertage wirken sich ebenfalls auf
den Bedarf an Strom und damit auch auf den Preis aus.
Es gibt in Europa
inzwischen mehr als ein Dutzend von Börsen, die mit Energie handeln.
Die wichtigsten sind die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig
und die NORDPOOL in Oslo. Hier engagieren sich mehrere hundert
Handelsteilnehmer aus unterschiedlichen Ländern. Die
Intercontinental Exchange (ICE) in Atlanta ist eine der größten
Warenbörsen für Erdgas, Erdöl, Metalle und Wetterderivate. Die New
York Mercantile Exchange (NYMEX) ist die größte Terminbörse für
Energie in Nordamerika. Der Handel an diesen Börsen verläuft
anonym; Anbieter und Nachfrager kennen sich also nicht.

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