Donnerstag, 13. Februar 2014

Wie entstehen Strompreise?

Der Strompreis, den Sie als Haushalts bezahlen müssen, setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Dabei unterscheidet man drei Gruppen:
  1. Kosten der Strombeschaffung und des Vertriebs, inklusive der Marge des Lieferanten
  2. regulierte Netzentgelte (inkl. Kosten des Messstellenbetriebs, für Messungen und Abrechnung),
  3. staatlich veranlasste Kosten unter die z.B. Steuern, Wegenutzungsentgelte, Umlagen nach EEG, KWK-Gesetz und § 19 StromNEV fallen.

Einige Kostenbestandteile kann der Lieferant nicht beeinflussen, da sie gesetzlich vorgegeben sind. Das gilt u.a. für die Steuern. Die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb hingegen ergeben sich aus dem Wettbewerb (also der Konkurrenzsituation) und sind daher bei den einzelnen Lieferanten unterschiedlich hoch.

Börsenpreis für Strom ist entscheidend

Interessant ist die Preisgestaltung des Stroms eigentlich erst geworden, als der Energiemarkt liberalisiert – also für den Wettbewerb geöffnet wurde. Das war 1998. Der Börsenpreis des Stroms gibt dabei die Richtung vor, wobei sich die Marktpreise durch das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage ergeben. Des Weiteren wird der Preis durch andere Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise wo gerade Schulferien sind, wie stark der Wind weht, wie es um den Preis für Kohle bestimmt ist. Da Strom nicht im herkömmlichen Sinne gelagert werden kann, wirken sämtliche Faktoren sofort auf den Preis. Strom wird immer dann produziert, wenn er gebracht wird. Daher ist der Strompreis an der Börse auch einer sehr schnellen Bewegung ausgesetzt.

Auf der Seite der Anbietet wird der Preis für Strom im wesentlichen durch die Brennstoffpreise für Kohle, Gas und Öl bestimmt. Aber auch die Preise für die CO2-Zertifikate spielen eine wichtige Rolle, ebenso Wind und Wetter. Das Wetter ist aber auch auf der Abnehmerseite eine entscheidende Größe. Bei gutem Wetter wird nun mal weniger Energie gebraucht. Schulferien und auch Feiertage wirken sich ebenfalls auf den Bedarf an Strom und damit auch auf den Preis aus.


Es gibt in Europa inzwischen mehr als ein Dutzend von Börsen, die mit Energie handeln. Die wichtigsten sind die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig und die NORDPOOL in Oslo. Hier engagieren sich mehrere hundert Handelsteilnehmer aus unterschiedlichen Ländern. Die Intercontinental Exchange (ICE) in Atlanta ist eine der größten Warenbörsen für Erdgas, Erdöl, Metalle und Wetterderivate. Die New York Mercantile Exchange (NYMEX) ist die größte Terminbörse für Energie in Nordamerika. Der Handel an diesen Börsen verläuft anonym; Anbieter und Nachfrager kennen sich also nicht.  

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