Mittwoch, 8. Januar 2014

Das deutsche Stromnetz soll besser mit Nachbarländern verknüpft werden

Rainer Sturm  / pixelio.de
Damit das deutsche Stromnetz sicherer wird, sollen die Verbindungen nach Osten und Norden ausgebaut werden. Daher plant der ostdeutsche Stromnetzbetreiber 50Hertz den Ausbau seiner Verbindungen in die Tschechische Republik, nach Polen, Dänemark und Schweden, berichtet die „Zeit“ in ihrer Onlineausgabe. Das deutsche Stromnetz soll durch das sog. „Ostseenetz“ sicherer werden, heißt es weiter.

Der Vorstandsvorsitzende von 50Hertz, Boris Schucht, erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Verbindungen nach Norden und Osten zur Versorgungssicherstellung und vor allem für das Gelingen der Energiewende äußerst wichtig seien. Um den Ausbau regenerativer Energien effizient zu gestalten, müsse der Ökostrom, der in Deutschland nicht verwertet werden kann, so wirtschaftlich wie möglich an ausländische Kunden verkauft werden. Gleichzeitig darf aber die Stabilität deren Stromnetze nicht gefährdet werden.

Die „FAZ“ schreibt in diesem Zusammenhang, dass 50Hertz zahlreiche Vorteile daraus zieht. So kann nämlich in Zukunft der Stromhandel mit Polen betrieben werden. Das war bislang nicht möglich, da die Leitung aus Deutschland wegen einem plötzlich anfallenden Windstrom freigehalten werden musste. Damit war sie für Importe aus Polen nicht frei. Durch den Ausbau der Leitung über die Ostsee kann zudem eine Verbindung mit den riesigen Wasserkraftpotentialen Schwedens und Norwegens hergestellt werden. So kann überschüssiger Strom aus Windenergie nach Skandinavien verkauft werden, wenn dort zeitweise kein Wasserstrom produziert wird. Durch den Wasserstrom aus Schweden wiederum können Nachfragespitzen in Deutschland ausgeglichen werden. Deutschland profitiert schon heute von einer Leitung von Lübeck ins schwedische Malmö.


Vorteile ergeben sich daraus auch für deutsche Stromkunden, da diese Projekte ohne Subvention auskommen. Die Kabel finanzierten sich allein durch den Handel. Und auch so scheint der Anschluss an Skandinavien sehr lukrativ zu werden, denn auch wenn sich der Ausbau des Ökostrom verlangsamt, fällt durch Windräder und Photovoltaikanlagen immer noch überschüssiger Strom an.  

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