| Rainer Sturm / pixelio.de |
Damit das deutsche
Stromnetz sicherer wird, sollen die Verbindungen nach Osten und
Norden ausgebaut werden. Daher plant der ostdeutsche
Stromnetzbetreiber 50Hertz den Ausbau seiner Verbindungen in die
Tschechische Republik, nach Polen, Dänemark und Schweden, berichtet
die „Zeit“
in ihrer Onlineausgabe. Das deutsche Stromnetz soll durch das sog.
„Ostseenetz“ sicherer werden, heißt es weiter.
Der Vorstandsvorsitzende
von 50Hertz, Boris Schucht, erklärte gegenüber der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung, dass die Verbindungen nach Norden und Osten zur
Versorgungssicherstellung und vor allem für das Gelingen der
Energiewende äußerst wichtig seien. Um den Ausbau regenerativer
Energien effizient zu gestalten, müsse der Ökostrom, der in
Deutschland nicht verwertet werden kann, so wirtschaftlich wie
möglich an ausländische Kunden verkauft werden. Gleichzeitig darf
aber die Stabilität deren Stromnetze nicht gefährdet werden.
Die „FAZ“
schreibt in diesem Zusammenhang, dass 50Hertz zahlreiche Vorteile
daraus zieht. So kann nämlich in Zukunft der Stromhandel mit Polen
betrieben werden. Das war bislang nicht möglich, da die Leitung aus
Deutschland wegen einem plötzlich anfallenden Windstrom freigehalten
werden musste. Damit war sie für Importe aus Polen nicht frei. Durch
den Ausbau der Leitung über die Ostsee kann zudem eine Verbindung
mit den riesigen Wasserkraftpotentialen Schwedens und Norwegens
hergestellt werden. So kann überschüssiger Strom aus Windenergie
nach Skandinavien verkauft werden, wenn dort zeitweise kein
Wasserstrom produziert wird. Durch den Wasserstrom aus Schweden
wiederum können Nachfragespitzen in Deutschland ausgeglichen werden.
Deutschland profitiert schon heute von einer Leitung von Lübeck ins
schwedische Malmö.
Vorteile ergeben sich
daraus auch für deutsche Stromkunden, da diese Projekte ohne
Subvention auskommen. Die Kabel finanzierten sich allein durch den
Handel. Und auch so scheint der Anschluss an Skandinavien sehr
lukrativ zu werden, denn auch wenn sich der Ausbau des Ökostrom
verlangsamt, fällt durch Windräder und Photovoltaikanlagen immer
noch überschüssiger Strom an.
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