Donnerstag, 16. Januar 2014

Biogas – was ist darunter eigentlich genau zu verstehen?

Wilhelmine Wulff  / pixelio.de
Beim Biogas handelt es sich um ein brennbares Gas. Es entsteht wenn Biomasse vergärt und wird in entsprechenden Biogasanlagen hergestellt. Um Biomasse zu gewinnen werden Abfälle aber auch nachwachsende Rohstoffe vergoren. Eingesetzt wird Biogas zur Erzeugung von elektrischer Energie und zum Betrieb von Fahrzeugen. Des Weiteren wird Biogas in das Gasversorgungsnetz eingespeist. Um Biogas zu verwerten ist der Methananteil sehr wichtig. Durch dessen Verbrennung wird Energie freigesetzt.

Folgende Materialien werden zur Gewinnung von Biogas verwendet:
  • Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfall, Speisereste
  • Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist)
  • ungenutzte Pflanzen und Pflanzenteile (Pflanzenreste)
  • gezielt angebaute Pflanzen (sog. nachwachsende Rohstoffe).
Dabei ergeben nicht alle Ausgangsstoffe die gleiche Menge an Biogas und haben einen unterschiedlich hohen Gehalt an Methan. Der größte Lieferant von Biomasse ist die Landwirtschaft, da hier ein Großteil der Rohstoffe, vor allem Pflanzenreste, sowieso anfallen und das mehr oder weniger kostenlos. Dies ist auch der Grund, warum es oftmals Landwirte sind, die sich eine Biogasanlage anschaffen. Gleichzeitig stehen Landwirte im Zusammenhang mit Biogas auch immer wieder in der Kritik. Kritisiert wird, dass sie gezielt Rohstoffe für den Biogasgewinn anbauen und daher weniger für die Nahrungsmittelproduktion getan wird.

Biogas und die Umwelt

Beim Methan handelt es sich um ein wichtiges Treibhausgas, sodass nur die konsequente Prüfung der Dichtigkeit der Biogasanlagen zum Klimaschutz beitragen kann. Grundsätzlich sind Biogasanlagen nicht vollständig dicht, denn u.a. müssen sie für Wartungsarbeiten zugänglich bleiben. Damit kann niemals ausgeschlossen werden, dass Methan entweicht. Das Bedenkliche: Methan hat eine 25- bis 30-mal stärker aufheizende Wirkung als CO2.

Auf der anderen Seite verfügt Biogas in der sog. Kraft-Wärme-Kopplung die beste Klimabilanz auf. Kraft-Wärme-Kopplung bedeutet, dass Biogas gleichzeitig zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Zudem verbrennt Biogas klimaneutral, denn das entstehende CO2 wurde zuvor aus der Luft gebunden.

Nutzung von Biogas

Landwirte, die Biogasanlagen betreiben, nutzen es meist auch selbst. Daneben ist es ein Teil des Energiemixes aus erneuerbaren Energien. Vorteilhaft erweist sich dabei, dass Biogas immer vorhanden ist, da es nicht von der Sonne oder dem Wind abhängig ist, wie es bei anderen erneuerbaren Energieträgern der Fall ist. Des Weiteren kann Biomasse und auch Biogas gespeichert werden.
Genutzt werden kann die Energie aus Biogas durch:
  • Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor Ort: d.h. das Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Dabei wird der Strom komplett ins Netz eingespeist, während die Wärme zu 60% vor Ort verbraucht.
  • Einspeisung + KWK: d.h. das Biogas wird so aufbereitet, dass es Erdgasqualität besitzt. Anschließend wird es ins Erdgasnetz eingespeist und an anderen Orten in einem BHKW zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Hierbei wird der Strom komplett ins Netz eingespeist, während die Wärme zu 100% vor Ort verbraucht wird.
  • thermische Nutzung: d.h. das Biogas bekommt Erdgasqualität, wird ins Erdgasnetz eingespeist und an einem anderen Ort mithilfe von einem Erdgasheizkessel zu Wärme gewandelt. Eine Produktion von Strom entfällt.
  • elektrische Nutzung: d.h. das Biogas wird zur Erzeugung von Strom in einem BHKW genutzt. Anschließend wird der Strom zu 100% ins Netz eingespeist, während die entstehende Wärme ungenutzt bleibt.

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