Dienstag, 22. April 2014

Kriterien zum energetischen Hausbau

Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de
Der energetische Hausbau ist im Zusammenhang mit stets steigenden Energiekosten immer wieder ein Thema. Vorab sei gesagt, auch bei einem älteren Haus ist es möglich, energetisch zu modernisieren und so dauerhaft die Energiekosten zu senken. Jedoch ist es einfacher und spart auch bares Geld, bereits beim vor dem Hausbau das Thema energetisches Bauen zu berücksichtigen. Vor dem Hausbau bedeutet dabei nicht erst wenn die Außentüren und Fenster ausgesucht werden. Energetisches Bauen beginnt bereit mit der Wahl des Grundstücks und mit der Art der Wärmedämmung. Es ist also sehr empfehlenswert, sich weit vor dem ersten Spatenstich damit auseinander zu setzen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Kriterien zum energetischen Hausbau zusammengefasst. Einen sehr hoher Kostenfaktor stellt die Heizenergie dar. Bereits durch die Wahl des Baugrundstücks kann dabei auf die kommenden Kosten Einfluss genommen werden. Dem Gebäude sollte zukünftig durch Sonneneinstrahlung so viel Wärme wie möglich zur Verfügung stehen. Somit sollte also ein entsprechend geeignetes Grundstück gesucht werden, auf dem das Gebäude optimal ausgerichtet wird. Im Idealfall sind die Wohnräume daher auch nach Süden ausgerichtet und die Räume, die weniger genutzt werden, wie beispielsweise Hobbyraum, Hauswirtschaftsraum oder Schlafzimmer nach Norden. Optimal ausnutzen kann man den südlichen Heizeffekt indem für große Fensterfronten gesorgt wird. Alternativ dazu gibt es auch eine transparente Wärmedämmung. Bereits mit diesen Überlegungen sind wichtige Schritte in Richtung Energiesparen getan. Glatte Hausfronten, ohne Vorsprünge, helfen im übrigen auch dabei die Heizkosten im Rahmen zu halten.

Des Weiteren ist beim Bau auf einen sehr guten Wärmeschutz zu achten. Ferner gilt es Energieverluste durch Lüften zu vermeiden. Die Windverhältnisse wie auch die Umgebungstemperatur nehmen dabei einen großen Einfluss auf die Kosten der Heizenergie.

Beim Hausbau selbst ist auf eine gute Dämmung zu achten. Besonders empfehlenswert sind dabei Wärmedämmverbundsysteme, kurz WDVS, wobei Dämmplatten aus Polystyrol wegen des niedrigen Preises und der einfacheren Verarbeitung am beliebtesten. Alternativ stehen aber auch synthetische anorganische Dämmstoffe wie Mineralwolle oder natürlich organische Dämmstoffe wie Hanf, Kork, Schilf, Flachs oder Holzfaser hoch im Kurs. Auch wenn die biologischen Dämmstoffe etwas teurer sind, sind sie für den ökologischen Hausbau wichtig, da sie gesundheitlich unbedenklich sind.

Ein besonderes Augenmerk muss auch auf die Dämmung des Daches gelegt werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt werden soll. In diesem Fall werden die Dachsparren gedämmt, während bei einer Nutzung als Stauraum eine preisgünstigere Dämmung der obersten Geschossdecke erforderlich ist. Die Dachdämmstoffe sind denen der Fassadendämmung gleich.

In der Planung sollte zudem darauf geachtet werden, dass Wärmebrücken vermieden werden. Wärmebrücken sind Stellen am Gebäude, die im Winter kälter als die sie umgebenden Mauerbereiche sind. Die Gefahr besteht darin, dass hier warme Luft kondensiert und so im Laufe der Zeit die betroffene Mauerstelle durchfeuchtet. Achtung: Schimmelgefahr. Um Wärmebrücken zu vermeiden müssen diese Stellen gedämmt werden. Typische Wärmebrücken sind: Balkone, Vordächer, Rollladenkästen, Fensterrahmen und Heizkörpernischen.

Zum energetischen Bauen gehört zudem der Punkt der Warmwasserbereitstellung und Beheizung des Hauses. Gerade im Bezug auf die Heizungsanlage haben Bauherren verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise Wärmepumpen, die es als Erd-, Grundwasser- und Luftwärmepumpen gibt. Als sehr vorteilhaft haben sich Erdwärmepumpen erwiesen, die aber einen noch recht hohen Anschaffungspreis haben. Eine weitere Alternative sind Holzheizungen, die mit Scheitholz oder Holzpellets betrieben werden und nicht nur ein komplettes Haus beheizen, sondern auch für die Warmwasserversorgung verwendet werden können. Immer interessanter werden auch Blockheizkraftwerke, kurz BHKW, die es als Mini- und Micro-Blockheizkraftwerke für den privaten Haushalt gibt. Mit ihnen wird Strom produziert. Die dabei entstehende Wärme wird dann für Warmwasser und zum Heizen genutzt. Es gibt Modelle, die mit Biomasse betrieben werden. Am bekanntesten ist die Nutzung der Solarthermie, bei der mithilfe von Sonnenkraft geheizt und Wasser erwärmt wird. Mit einer leistungsfähigen Solarthermieanlage können bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs abgedeckt werden.


Grundsätzlich ist für das energetische Bauen ein umfassendes Konzept erforderlich. Alle Möglichkeiten müssen berücksichtigt werden. Zudem muss auf die Zahl der Bewohner, die Wärmebedürfnisse und den Frischluftbedarf geachtet werden. Viele Bauherren nehmen an dieser Stelle die Angebote eines Energieberaters wahr, der u.a. auch über Fördermöglichkeiten des Bundes, der Länder und Kommunen Auskunft geben kann. Er weiß auch, für welche Bauvorhaben KfW-Förderprogramme infrage kommen.  

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